Beurteilungsversagen

Ausnahmsweise entführe ich Sie an dieser Stelle wieder  in die Welt der Beamtenschaft. Aber so ganz fremd dürften auch den Personen, die nicht im öffentlichen Dienst arbeiten, diese Phänomene nicht sein.

In der Beurteilungsvorgabe steht: "In der Leistungsbeurteilung werden die am Arbeitsplatz erbrachten Leistungen des letzten Jahres beurteilt." Sie haben zwei Sachbearbeiter, die sie beurteilen müssen. Hinsichtlich der Qualitäten und der Quantitäten der Leistungen beider Mitarbeiter stellen sie keinen Unterschied fest. Dennoch sind die persönlichen Hintergründe recht unterschiedlich.

IDevice Frageicon Hier müssen sie sich entscheiden:
Wem würden Sie die bessere Note in der Leistungsbeurteilung geben?
  
Herr Peter Fleißig ist ein Aufsteiger aus dem mittleren Dienst. Er hat sich seine Kompetenzen durch Fortbildungen hart erarbeitet. Auch heute noch macht er gelegentlich seine Defizite in seinem Fachwissen durch besondere Anstrengungen wett. Herr Fleißig ist seit 12 Jahren Oberinspektor. Er wurde für eine Beförderung zum Amtmann im letzten Jahr ausgewählt. Aufgrund einer plötzlichen Beförderungssperre wurde sie nicht vollzogen. Eine neue Beförderungsrunde steht an. Herr Fleißig hat drei Kinder, die noch in der Ausbildung sind.
Herr Paul Talent ist eine Person mit ausgeprägten persönlichen Kenntnissen und Fähigkeiten, die er in seinem Fachhochschulstudium erworben hat; seine Leistungen erbringt er quasi "mit links". Sie haben zuweilen den Eindruck, dass Herr Talent noch mehr Leistung mit seinen Talenten erbringen könnte. Herr Talent ist 32 Jahre alt und seit 3 Jahren Oberinspektor. Herr Talent ist ledig, lebt mit seiner Freundin zusammen. Sein Hobby ist die Rekonstruktion alter Porsche-Sportwagen.
Beide würde ich gleich bewerten.

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