Mögliche Frauendiskriminierungen in Beurteilungen

In einzelnen Behörden zeigen statistische Analysen, dass Frauen deutlich schlechter abschneiden als Männer.

Beispiel aus der Stadtverwaltung München: Beurteilungsnoten des höheren sonstigen Dienstes der aus dem Jahre 1987 - bevor Frau Schreyögg als Gleichstellungsbeauftragte sich dieses Problems annahm.



In 6 von 9 Vergleichsgruppen schnitten Frauen schlechter ab als die Männer. Und je höher die Position auf der Laufbahn, desto größer war das Beurteilungsgefälle zwischen den Geschlechtern.

Prof. Doris Krumpholz veröffentlicht im Jahre 2008 die durchschnittlichen Beurteilungen in einem Bundesministerium und weist dabei eine signifikantes schlechteres Abschneiden der Frauen nach.

Prof. Gertraude Krell weist auf eine zusammenfassende Analyse von Studien zur Leistungsbeurteilung aus den USA hin. Demnach werden weibliche Führungskräfte schlechter beurteilt als die vergleichbaren männlichen Führungskräfte. Dieser Effekt wird noch verstärkt,

* wenn die beurteilenden Männer sind und
* wenn die beurteilten Frauen in Berufen oder Bereichen tätig sind, die als typisch männlich gelten.

In meinen vielfältigen Behördenkontakten habe ich viele Beurteilungsstatistiken gesehen. Die Ergebnisse sind dabei selten eindeutig, was eine generelle Benachteiligung der Frauen oder der Männer betrifft. Aber in vielen Behörden ist noch immer der Hierarchie-Effekt deutlich ausgeprägt - oben wird milder beurteilt als unten. Und so lange Frauen verstärkt unten in der Hierarchie anzutreffen sind, so lange schneiden sie im Beurteilungsverfahren auch schlechter ab.

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