Folgerungen für die Beurteilungspraxis

Es gibt somit eine sehr eingeschränkte Objektivität in der Beurteilung.

Dieses heißt zugleich: Sie als Führungskraft streiten bei der Beurteilung mit den Mitarbeitern nicht um die Wahrheit, Sie streiten um unterschiedliche Standpunkte. Entwerten Sie daher die Selbsteinschätzung des Mitarbeiters im Beurteilungsgespräch nicht mit den Worten "Da überschätzen Sie sich aber erheblich!" sondern: "Da sehe ich Ihre Leistungen ganz anders!"

Grundlage jeder Bewertung ist die Wahrnehmung und das Erinnern von Informationen. Versuchen Sie Wahrnehmen und Bewerten möglichst zu trennen. Tauschen Sie mit Ihren Mitarbeitern beurteilungsrelevante Informationen aus, das Bewerten dieser Informationen ist Aufgabe der Führungskraft. Nur Sie als Führungskraft haben den übergeordneten vergleichenden Blick über die Mitarbeiterschaft.

Die objektive Beurteilung - dieses wird häufig als eine Forderung formuliert und ist vor allem auch Wunsch der Betroffenen. Der Beurteiler soll sich um ein größtmögliches Maß an Objektivität bemühen. Da es die objektive Personalbeurteilung kaum geben kann, verliert das Streben danach nicht an Bedeutung.

In meinen Beurteilerseminaren ersetze ich das Gebot: "Seien sie objektiv!" durch das Gebot "Seien Sie fair zu den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen!"

 

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