Gleicher Arbeitsplatz - ungleiche Erwartungen

In modernen Personalbeurteilungssystemen gibt die Leistungsnote darüber Auskunft, wie die Person den Anforderungen des Arbeitsplatzes gerecht wird.

Dennoch ist zu beobachten, dass an Männer und Frauen unterschiedliche Anforderungen gestellt werden.

Nehmen wir das Kriterium Dienstleistungsorientierung: Bei einem Mann wird ein gewisses "bärbeißiges", barsches, kühles Verhalten eher als "normal" bewertet als bei einer Frau.

 

normal
nicht normal

Dieses zeigen auch empirische Forschungsergebnisse: "Eine Untersuchung von Beurteilungsverfahren in vier Großbetrieben im Auftrag der Equal Opportunity Commission zeigt, dass ... Manager grundsätzlich bei männlichen Beschäftigten andere Eigenschaften schätzen als bei weiblichen.

Auf die Frage welche Eigenschaften sie bei Männern für besonders wichtig erachten, nannten die Manager: intelligent, dynamisch, aggressiv, professionell, ehrgeizig.

Bei Frauen hingegen werden als wichtig eingestuft: zuverlässig, gute Auffassungsgabe, ehrlich, freundlich, kompetent, klug, verantwortlich. ...

Die stereotype Zuschreibung männlicher und weiblicher Eigenschaften beeinflusst, so dass Ergebnis der Studie, mit hoher Wahrscheinlichkeit die Leistungsbeurteilung von Frauen und Männern." (vgl.: Schreyögg 1997, S. 10)

Robert Kabacoff "verglich 360 Grad Beurteilungen. Ergebnis: Für Vorstände und Top-Manager wird immer noch mit zweierlei Maß gemessen. Männliche Firmenlenker werden gut beurteilt, wenn sie machtvoll, überzeugend und wettbewerbsorientiert auftreten; und schlecht, wenn sie sich kooperativ und mitfühlend geben. Für weibliche Top-Manager gilt das Gegenteil: schlechte Noten für dominantes Verhalten, gute für kooperatives." (vgl.: Bierach, S. 76)

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