Tendenz zur Mitte

 

Dort, wo Personen in der schriftlichen Beurteilung unsicher sind, neigen sie zur Mitte oder zu einer "Standardnote". "Dort kann ich am wenigsten falsch machen!", so der leitende Gedanke.

Dieser Effekt zeigt sich auch in vielen sozialwissenschaftlichen Untersuchungen (z.B. Einstellungsbefragungen): Je unsicherer die Einschätzungen des Befragten - umso größer die Tendenz zur Mitte.

Die mittlere Note erhält so zwei Bedeutungen:

  • Zum einen, dieses Leistung ist durchschnittlich,
  • zum anderen "Ich als Beurteiler bin mir nicht ganz sicher in meiner Einschätzung, ich weiß zu wenig für ein sicheres Urteil - in der Mitte kann ich am wenigsten falsch machen!".

In beiden Fällen wird die mittlere Note angekreuzt.

Zuweilen ist die mittlere Note auch eine Standardnote im guten Bereich. (s. Milde-Effekt).

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